Pressetour zum Tag des Handwerks: Erfolgsgeschichten auf der Spur

Jörg Dittrich und Andreas Brzezinski, Präsident bzw. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, kamen gemeinsam mit Vertretern aus der Kommunalpolitik mit den Handwerksmeistern ins Gespräch.

Deutschlandweit rückt der 16. September als „Tag des Handwerks“ bei verschiedenen Aktionen das Handwerk als Kern des Mittelstands in den Fokus. Bereits am heutigen Donnerstag hatte die Handwerkskammer Dresden unter dem Motto „Handwerk prägt Kultur“ zu einer Tour in der Landeshauptstadt eingeladen, um anhand von drei bemerkenswerten Betrieben im Dresdner Stadtteil Leubnitz-Neuostra die Innovationskraft des Handwerks hervorzuheben.

Jörg Dittrich und Andreas Brzezinski, Präsident bzw. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, kamen gemeinsam mit Vertretern aus der Kommunalpolitik mit den Handwerksmeistern ins Gespräch, um zu erfahren, wo aktuell die Probleme liegen und hinter die Kulissen des Handwerkeralltags zu blicken.

Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich teilte mit: „Die Handwerksbetriebe sind Innovationstreiber in Dresden, in Sachsen und in ganz Deutschland und damit das Rückgrat der Wirtschaft. Dafür sollte politisches Handeln auch echte Impulse für Wachstum mit wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen setzen. Notwendig sind bezahlbare Energiepreise mit einer gesicherten Energieversorgung, weniger bürokratische Belastungen, nicht immer weiter steigende Sozialabgaben, wettbewerbsfähige und auf das Handwerk zugeschnittene Steuern sowie eine ausreichende Digitalisierung.“

Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden stellte fest: „Eine ausreichende Fachkräftebasis ist das grundlegende Schlüsselelement für die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks und der Wirtschaft insgesamt. Es gilt, die berufliche Bildung zu stärken, um den Fachkräftebedarf zu sichern. Um das Bewusstsein für handwerksspezifische Themen zu schärfen, wird die gute Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt Dresden und dem Dresdner Handwerk weiter intensiviert.“

Die Stationen der Tour:

LICHT IN FORM

Inhaber Heinrich Müller schätzt sich glücklich, Werte wie Design und Kunst in seiner Arbeit mit Handwerk zu verbinden. Für ihn ist Licht ein lebendiger Baustoff und mit seinem im Jahr 1993 gegründeten Elektrounternehmen hat sich der Elektrotechniker-Meister mit der Ausrichtung auf Lichtkonzepte in eine Nische bewegt. Die Mitarbeiterzahl liegt derzeit bei zehn Angestellten und zwei Auszubildenden. Davon arbeitet etwa die Hälfte im Bereich Lichtplanung, Gestaltung und Lichtdesign und zur anderen Hälfte führt ein angestellter Handwerksmeister die Geschicke der Elektrotechniker. Der Kundenkreis lässt sich am besten anhand der realisierten Projekte beschreiben: Lichtkonzepte für Wohnräume, Bürobeleuchtungen, Arztpraxen, Wohnheime, Hotels, Restaurants; Beleuchtung für Museen und Ausstellungen (Verkehrsmuseum, Hygienemuseum) oder auch Gebäudeanstrahlungen (Kreuzkirche Dresden, Marktplatz Halle, Stadtmuseum Dresden, Kirche Glashütte).

Böttcherei Götze

Der traditionelle Familienbetrieb ist seit 1889 in Dresden ansässig und macht bis heute das klassische Böttcherhandwerk mit seiner innigen Verbindung von Holz und Wein lebendig. Beginnend mit dem Baum im Wald, bis hin zum eingekellerten Fass wird der Naturrohstoff Holz zu qualitativ hochwertigen Gebrauchsgegenständen verarbeitet. Aufbauend auf dem Erfahrungsschatz von sieben Generationen entstehen in der Werkstatt Holzfässer für Wein und Brände, Holzbadewannen, Pflanzkübel, Bottiche sowie weitere Holzgefäße für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke. Gefertigt werden neben kleineren Serien hauptsächlich individuelle Einzelstücke mit hohem ästhetischen Anspruch. Ergänzend zur Böttcherei führt Meister Rainer Götze ein kleines Weingut. Die Weine aus der Lage „Pillnitzer Königlicher Weinberg“, unmittelbar an der Sächsischen Weinstraße gelegen, werden klassisch vergoren und in eigens hergestellten Eichenholzfässern ausgebaut.

Fleischer W. Richter

Fleischermeister Johannes Richter führt die Fleischerei in vierter Generation. Sein Vater Willfried Richter machte sich 1984 selbständig als jüngster Fleischermeister Dresdens. Beide Kinder traten in seine Fußstapfen. Johannes Richter ist zudem in der Prüfungskommission für die Fleischereifachverkäufer und übt zusätzlich noch eine Dozententätigkeit für die Fleischereifachverkäufer aus. In der Produktionsstätte auf der Feuerbachstraße wird Fleisch von sächsischen ausgewählten Höfen verarbeitet, wo Tiere nach artgerechter Haltung aufgezogen werden. Bekannt ist die Fleischerei, welche auch eine Filiale am Schillerplatz unterhält, für maßgeschneiderte Knacker.

Fakten zur Handwerkskammer Dresden und zum Handwerk:

21.000 Handwerksbetriebe mit etwa 120.000 Beschäftigten und rund 5.600 Lehrlingen gibt es im Kammerbezirk Dresden. Zu diesem gehören die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Landeshauptstadt Dresden. Allein in der Landeshauptstadt sind 5.061 Handwerksbetriebe ansässig